Nachdem nun ziemlich viel Theorie behandelt wurde mache ich mich im nächsten Schritt daran, den richtigen Shape für mein HydroFoil Skate zu entwerfen. Da ich Praktiker bin versuche ich mich auf ein Minimum von Berechnungen, Hilfsmitteln und Tools zu beschränken. Ich habe für die Konstruktion des Skates keine CAD Software eingesetztweil ich glaube das der Nutzen einer 100% Zeichnung nicht im Verhältnis zu der Einarbeitungszeit in ein entsprechendes Programm liegt. Außerdem will ich ein Einzelstück bauen und den Entwurf nicht für ein zweites Skate nutzen. So habe ich in der Vergangenheit bereits mehr als 15 Wakeskates gebaut. Bis auf zwei (eines ist vile zu klein, das Andere viel zu breit und schwer) laufen alle ganz prima. Mehr dazu könnt Ihr auf meiner zweiten Homepage www.oldschool-designs.de nachlesen.

Die größte Herausforderung sind die Rails. Habe ich in der Vergangenheit das gesamte Skate mit einem Rail in demselben Winkel gebaut, kommen jetzt Formveränderungen im Rail sehr erschwerend hinzu. Beim Foilskate wechselt der Rail von der Noise über die breiteste Stelle zum Tail. An der Noise ein ca. 30° Negativwinkel bis zum 25° Positivwinkel am Tail. Das muss sehr harmonisch ineinander übergehen. Wann wo mit welchem Winkel die Outline gesägt wird gerät zur Geduldsprobe.

 

Abmessungen und Volumen

Länge: 106 cm

Breite: 42 cm

Stärke: 2,5 cm

Volumen: 8,4 Ltr

Rocker line

Mit dem Foilskate geht ja nur eine Fahrtrichtung (ja nachdem ob man links oder rechts vorne fährt). Anders bei Wakeskaten. Hier fährt man links vorne, switcht auf rechts vorne oder macht einen 360er. Auch die Obstacles werden mal links und mal rechts angefahren. Dazu braucht man an der Noise und am Tail einen Rocker. Ich baue meine Skates mit einem 5 cm Rocker vorne und hinten in der Bauform Three-Stage-Rocker. D.h. kein durchgängiger Boden sondern ein planes Mittelteil. Das spart Kraft beim Skaten, ist schneller und man kommt schneller ins Gleiten. Beim Foilskate ist das nicht nötig. Man braucht nur an der Noise einen Rocker, den ich wie gewohnt als 5 cm Rocker baue. Auf den Rocker am Tail kann ich komplett verzichten.

Das Unterdeck, das ich normalerweise mit einer Konkave versehe, kann ich beim Foilskate auch ganz schlicht halten, da es ja beim Aufgleiten aus dem Wasser heraus ommt und nur bei Start und der Landung eine Rolle spielt. Und bei letzterem ja nur zum ausgleiten Richtung Ausstieg.

Rails

Die Rails sind vorne sehr schräg ausgeprägt. Das geht so bis etwa zu 2/3 des Skates. Im letzten Drittel gehen sie kontinuierlich in ein kastenförmiges Heck über; werden sogar positiv gepfeilt. Das hilft gerade Anfängern beim Start. So wird das Skate in der Anzugphase ein wenig mehr stabilisiert und geführt.

Da die Rails über nahezu keine Rundungen verfügen; also konstruktiv einfach gehalten sind, würde es wahrscheinlich ausreichen. eine Holzleiste in den entsprechenden Abmessungen über Wasserdampf zu formen und dann aufzuleimen. Das entspricht aber nicht meiner Philosophie. Ich werde die Rails ais dem fertig verleimten Holzblockaussägen. Dazu muss ich mir entsprechende Marken anzeichnen und bei jeder Marke den Winkel des Sägeblattes änder. Ganz sicher wird es im Anschluß eine Menge Schleifarbeit geben um einen gleichmäßigen Rail zu erhalten.

Konstruktion des Skates

Normalerweise verleime ich fünf Sperrholzplatten (5mm) in einem speziell angefertigten Rockertisch miteinander. Platte 1 und Platte 2 mit wasserfestem D4-Spezialleim. Dann mit Hilfe von Konstruktionshölzern und über 20 Leimzwingen in die Form pressen und aushärten lassen. Am nächsten Tag das Gleich mit Platte 3 usw. bis alle 5 Platten verleimt sind. Nach dem Aushärten der fünften Platte und Entnahme aus dem Rocker- Table hat das Rohskate eine herrliche Form. Entstanden ist ein 39" oder 42" Roh-Skate 2,5 cm stark. Vollholz! Zum Skaten ideal. Aber jetzt muss ich ja noch an etwas anderes, Wesentliches denke: die Kraftverteilung!

Ich werde nur einen "äußeren Rahmen" bauen. Das innere des Skates wird auch aus Gewichtsgründen, hohl sein. Das innere werde ich mit einem aufwändigen Rippengerüst ausstatten, welches die Kräfte gleichmäßig aufnehmen und an den äußeren Rahmen verteilen kann. Da die Kräfte nicht flächig auf den Holzkörper einwirken, sondern sich am Aufnahmepunkt des Hydrofoil Mastes konzentrieren, müssen diese gut auf Längsstringer und Rippengerüst verteilt werden.
Am Aufnahmepunkt konzentrieren sich sowohl die Hebelkräfte, die auf dem Gewicht des Skaters beruhen sowie die Hebel- und Drehkräfte des Hydrofoils. Gelöst habe ich das problem durch die Verwendung eines Doppelstringers mit einem dazwischen liegenden massiven Holzblock. Dieser wurde eingeleimt und nach dem Aushärten noch einmal zusätzlich mit Flares aus Glasfasern und Epoxidharz verleimt. Eine getemperte Karbon Bauweise erschien mir an dieser Stelle, wo es nicht auf Verwindungsfestigkeit ankommt, zu viel des Guten. Mit Hilfe des massiven und mit den Stringern verleimten Holzblocks können die Kräfte gut zur Seite und damit auf den Außenrahmen abgeleitet werden.

Nicht vergessen ein schließbares Belüftungsventil samt Aufnahme einzubauen! Temperaturunterschiede dehnen die Luft im innern des Skates aus oder ziehen sie zusammen. Ohne die Möglichkeit eines Druckausgleichs würde man nicht lange Spass am neuen Foilskate haben. Einfach während des Transports oder zu Hause aufrehen und nur beim Fahren schließen. So kann das Skate nach Benutzung auch einmal eine Weile in der prallen Sonnen liegen.

Das Oberdeck habe ich, nachdem das Innenleben vertiggestellt wurdeverleimt und zusätzlich verschraubt. Im Anschluß wurde das ganze dann noch mit Glasfasermatten und Epoxidharz versiegelt und "richtig" wasserfest gemacht.

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